Das Hickhack um CBD-Öl in dm-drogerie Märkten

Ich bin vielleicht nicht der Einzige, der die Welt nicht mehr versteht! Ich habe anfangs selbst ab und zu mal ein CBD-Öl in der Drogerie gekauft. Zuerst haben Drogeriemärkte überraschend CBD-Produkte ins Sortiment aufgenommen und dann unter obskuren Umständen wieder entfernt. dm bietet zur Zeit nicht einmal mehr ein CBD-Kaugummi an.

by Jona Decker

CBD Öl dm

Dabei ist Cannabidiol (CBD) fast schon Mainstream. Immer mehr Menschen überwinden teilweise vorhandene Vorurteile und beschäftigen sich mit den vielen medizinischen Vorteilen, die CBD bietet.

Viele sind froh, mit CBD eine sehr gute Alternative zu klassischen Behandlungen und Medikamenten gefunden zu haben.

Ich denke, dass zufriedene Anwender von CBD-Ölen nicht zwischen bürokratischen Hemmnissen, inkonsequenter Gesetzgebung und intransparenten Marktentscheidungen leiden sollten! Von daher habe ich mal die Zusammenhänge beleuchtet.

Es ist eine lesenswerte Story!

Meine persönliche CBD-Bestenliste

Der CBD-Handel vor Ort ist existent – aber offensichtlich immer wieder von Schikanen und bürokratischen Hemmnissen betroffen- nicht nur in Deutschland sondern auch in Österreich. Der Online-Handel scheint etwas weniger davon betroffen zu sein.

Die Angebotspalette ist hier außerordentlich groß und die Preise sehr attraktiv. Nicht immer sind  auch die teuersten Produkte die besten.

CBD-Öl bei dm: die komplette Story

CBD ist eine einmalige Erfolgsgeschichte – nicht nur medizinisch, sondern natürlich auch ökonomisch. Experten schätzen das Marktvolumen 2019 bei bis zu 1,3 Mrd. USD alleine in den USA. “Für die kommenden fünf Jahre wird nun eine Verzehnfachung des Marktvolumens erwartet. Das Volumen soll auf 10,3 Mrd. USD anwachsen, entsprechend einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 54 Prozent pro Jahr.” 1)Cannabis Report: Große Erwartungen an CBD-Markt in den USA, wallstreet-online.de, 2019

Diesen Trend haben natürlich auch Drogerieketten wie dm und Rossmann wahrgenommen und bereits 2018 CBD-Öle in ihr Angebot aufgenommen. dm hatte „Limucan“ CBD-Öl,  Rossmann CBD-Produkte der Marke „nutree“ in den Regalen.

Jeder war zufrieden, bis Anfang 2019 ohne Ankündigung die Produkte wieder aus dem Sortiment genommen wurden, obwohl die Nachfrage riesig und die Kundenzufriedenheit sehr groß war.

Was war geschehen?

In Deutschland kommen hier das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ins Spiel. Außerdem ist die EU ein wichtiger Player, da sie in Kürze den „Novel Foods“ Katalog verabschieden wird.

Der EU „Novel Foods“ Katalog kann jedoch bedeuten, dass das gesamte bisher legitime Angebot an CBD-Produkten und Hanf (Blätter und Blüten) nun als „neuartig“ definiert wird und vor dem Inverkehrbringen zugelassen werden muss.

Dabei hatte die Hanfindustrie 1998 von der EU eine schriftliche Bestätigung erhalten, dass Hanfblüten und -blätter für die Verwendung als Lebensmittel zugelassen sind. Außerdem ist Hanf seit Jahrtausenden in der menschlichen Nahrungskette und es ist meiner Meinung nach grotesk zu behaupten, dass Blätter und Blüten in der Nahrung neuartig seien.

Dies zeigt die rechtlichen und bürokratischen Probleme, mit denen sich Anbieter und Hersteller auseinandersetzen müssen.

Der THC-Gehalt ist wichtig!

Dabei sind Hanfextrakte in Europa mit einem THC-Gehalt unter 0,2% (beziehungsweise 0,3% in einigen Ländern) explizit erlaubt.

THC (Tetrahydrocannabinol) stammt ebenfalls aus der Hanfpflanze (Cannabis Sativa oder Indica). Aber es ist der Stein des Anstoßes! THC hat eine berauschende Wirkung und kann abhängig machen.

CBD (Cannabidiol), der andere wichtige Stoff aus dem Hanf, dem die medizinisch wirksamen Eigenschaften zugeschrieben werden, hat diese negativen Effekte nicht!

Es ist also wichtig den Unterschied zu kennen: CBD-Produkte machen aufgrund ihres sehr niedrigen THC-Gehalts daher weder “high” noch abhängig.

Leere Regale bei dm

Was war nun der eigentliche Grund für leere Regale bei dm?

dm veröffentlichte die folgende Stellungnahmen, die das ganze Dilemma zeigt: „Die rechtliche Einstufung der Artikel ist Stand heute noch nicht abschließend geklärt. In Abstimmung mit den zuständigen Behörden haben wir beschlossen, die CBD-Produkte auf unbestimmte Zeit aus dem Verkauf zu nehmen.“2)CBD-Hersteller will Auslistung trotzen, LebensmittelZeitung, 2019

Auch die Herstellerfirma des betroffenen CBD-Produktes Limucan beklagt indirekt, dass durch den EU „Novel Foods“ Katalog die Strategie verfolgt wird, die bisherigen legalen CBD-Produkte vom Markt zu verdrängen, um sie anschließend pharmazeutische Wirkstoffe wieder einzuführen.

Man darf dreimal raten, wer davon profitieren wird. Die Hersteller und der Handel werden nach Alternativlösungen suchen.

So verkauft Limucan im eigenen Online-Shop inzwischen neue Bio-Öle, die anscheinend nicht von der EU „Novel Foods“ Verordnung betroffen sein sollen.

Es werden Kuriositäten entstehen, wie zum Beispiel die Tatsache, dass dm zwar das CBD-Öl aus dem dm-Sortiment entfernt hat, nicht aber die CBD-Kaugummis!

Auch die Drogeriekette Rossmann hat einen Workaround gefunden und bietet derzeit noch CBD-Produkte an. In der Packungsbeilage steht nun, dass das CBD-Öl auf ein Kissen zu tropfen sei anstatt unter die Zunge.

Ist CBD wirklich so gefährlich?

Wenn man die tausenden wissenschaftlichen Artikel, die sich auf CBD beziehen, betrachtet, ist es sehr schwierig, Beweise für gefährliche Nebenwirkungen oder Kontraindikationen zu finden.

Auch von Anwendern, die es nicht nur für “Wellness”-Zwecke sondern konkret bei teilweise schweren Erkrankungen, wie Krebs, Multiple Sklerose und anderen einsetzen, hört man sehr wenige negative Einschätzungen.

CBD-Produkte mit einem maximalen, legalen THC-Anteil von unter 0,3% können auch nicht überdosiert werden.

Sogar eine kritische Überprüfung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete kürzlich, dass CBD eine vielversprechende Behandlung für eine Reihe von Erkrankungen ist, gut verträglich ist, ein gutes Sicherheitsprofil aufweist und kein Risiko für Missbrauch, Abhängigkeit oder andere Probleme im Zusammenhang mit der öffentlichen Gesundheit darstellt. 3)Expert Committee on Drug Dependence, CANNABIDIOL (CBD) – Pre-Review Report, World Health Organisation (WHO), 2017

Es können natürlich auch durch die Einnahme von CBD leichtere Nebenwirkungen vorkommen. Dazu gehören ein niedriger Blutdruck, trockener Mund, eventuell Benommenheit und Schläfrigkeit.

Diese Beschwerden sind jedoch meist temporär und gehen von alleine zurück.

Im Gegensatz zu vielen anderen Stoffen tritt auch keine Gewöhnung an CBD ein, weder im Sinne einer Sucht noch im Sinne einer “Toleranz”.  Das bedeutet, dass der Körper auch bei längerer CBD-Einnahme nicht mehr davon braucht, damit die gleicher Wirkung erzielt wird.

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