Die Wirkung von CBD Öl auf die Psyche im Fokus

Die Zahl der Menschen, bei denen eine psychische Störung diagnostiziert wurde, liegt seit einigen Jahren weltweit bei ungefähr 10%: Angstzustände, Depressionen, Psychosen. Es klingt dramatisch – und das ist es auch.

Es geht hier nicht nur um das Leid und die Beeinträchtigung des Alltags, unter dem viele Patienten mehr oder weniger stark leiden. Es geht auch um die enormen Kosten.

von Jona Decker

CBD Öl Wirkung Psyche

Eine Gallup-Umfrage von 20191)Megan Brenan, 14% of Americans Say They Use CBD Products, Gallup, 2019 zeigte, dass 14% aller Amerikaner CBD nutzen, darunter auch viele bei psychischen Problemen.

Ausufernde Kosten in vielen Gesundheitssystemen und die offensichtliche Wirksamkeit des Cannabidiol (CBD) haben es in den Mittelpunkt des Interesses gerückt.

Lange war alles aus Hanf (Cannabis) gewonnen wurde, zu Unrecht mit dem Makel einer Droge behaftet. Das ändert sich glücklicherweise langsam aber sicher. Zumal auch das Tetrahydrocannabinol (THC) aus allen CBD-Produkten bis auf einen vernachlässigbaren Rest herausgefiltert wird.

Höchste Zeit aufzuklären, was CBD für die Unterstützung der Psyche und Linderung von vielen psychischen Problemen tun kann.

Was ist die Psyche und wie wird sie beeinflusst?

Die Psyche (der Geist) wird als Gegenstück zur Physis (dem Körper) gesehen. Sie umfasst unser Denken und Fühlen, also die vielfältigsten Facetten unseres Innenlebens, und basiert physiologisch auf dem Zentralen Nervensystem (ZNS).

Das ZNS besteht aus dem Gehirn und Rückenmark und interpretiert die Reize, die es von den Sinnesorganen erhält, um sie dann in Gedanken und Gefühle umzuwandeln.

Um die Psyche positiv zu beeinflussen, muss man also auf die Reize direkt oder auf deren Interpretation durch das ZNS einwirken. Man kann beide Wege gehen, aber die zweite Variante scheint effizienter und nachhaltiger.

Reize lassen sich sowieso nicht völlig unterdrücken. Lasst uns ansehen, wir CBD hier wirken kann.

Was hat CBD Öl damit zu tun?

Vielleicht hast du schon vom Endocannabinoid-System (ECS) gehört? Es ist fester Bestandteil des menschlichen Körpers und bereits Hunderte von Millionen Jahre alt. Das ECS steuert wichtige Funktionen wie Schmerzempfinden, Körpertemperatur, Stimmungen und die Reaktion auf Entzündungen.

Vielleicht weißt du auch, das unser eigener Körper ebenfalls Cannabinoide produziert, die indirekt über die sogenannten CB1- und CBD2-Rezeptoren auf das ECS wirken.

Das Gleiche tun die von außen zugeführten Cannabinoide des Hanfs. Und Cannabidiol (CBD) ist eines und mit das Wichtigste unter ihnen.

Das bedeutet: die Einnahme von CBD kann dazu beitragen, die Symptome einer Vielzahl von Krankheiten wie Epilepsie, chronische Entzündungen, Depressionen, Diabetes oder rheumatoide Arthritis zu reduzieren.

Aber nicht nur bei rein körperlichen Symptomen und Krankheiten, die ja auch eine psychosomatische Ursache haben können, ist CBD hilfreich.

CBD kann auch die Menge an Anandamid im Körper erhöhen. Bekannt als das „Glückshormon“ spielt Anandamid eine Rolle bei der neuralen Erzeugung von Lust und Motivation.

CBD kann nämlich auch sehr gut bei psychischen Problemen eingesetzt werden. Lies weiter um mehr zu erfahren und die neuesten Erkenntnisse aus verschiedenen Forschungsarbeiten zu sehen.

CBD bei psychischen Problemen

Wirkung: Wie kann CBD bei psychischen Problemen helfen?

Es gibt einige Studien, die das Potenzial von CBD Öl zur Verringerung von Angstsymptomen und Psychosen belegen. Aber noch existieren Lücken in der Forschung. Vor allem die Langzeiteffekte konnten noch nicht in allen Bereichen abgeklärt werden, da die CBD Forschung noch nicht alt ist.

Schauen wir uns einige Anwendungsgebiete von CBD und deren wissenschaftliche Untermauerung etwas genauer an.

Depressionen

Die ersten Ergebnisse einiger Studien über CBD und Depressionen sehen vielversprechend aus. Laut einer brasilianischen Forschungsarbeit hat CBD auch Einfluss auf die Serotoninrezeptoren im Gehirn.2)De Mello Schier et al., Antidepressant-like and anxiolytic-like effects of cannabidiol: a chemical compound of Cannabis sativa, CNS Neurol Disord Drug Targets, 2014

Serotonin ist der Botenstoff, der den Gefühlszustand steuert. Vereinfacht gesagt: ein hoher Serotoninspiegel bedeutet Wohlbefinden und Glücksgefühle.

Eine Studie von 2019 legt nahe, dass CBD antidepressive sowie angstlösende Wirkung hat.3)Sales AJ et al., Cannabidiol Induces Rapid and Sustained Antidepressant-Like Effects Through Increased BDNF Signaling and Synaptogenesis in the Prefrontal Cortex. 2019, Mol Neurobiol.

Die Forscher führten dies unter anderem auf eine erhöhte Ausschüttung der Proteine Synaptophysin und PSD95 im mittleren Frontlappen des Gehirns (mPFC) zurück.

Fakt ist, dass sehr viele Menschen CBD als spezifische Therapie für eine Vielzahl an Krankheiten verwenden – insbesondere für Ängste, Depressionen und Schlafstörungen.4)Corroon J, Phillips JA., A Cross-Sectional Study of Cannabidiol Users. 2018, Cannabis Cannabinoid Res

Angststörungen

Ängste und Traumata sind neben Depressionen die am meist verbreitetsten psychischen Probleme.

In einer Studie5)Regimantas Jurkus et al., Cannabidiol Regulation of Learned Fear: Implications for Treating Anxiety-Related Disorders, Front Pharmacol., 2016 wurde die Behandlung mit CBD als ein möglicher neuer therapeutischer Ansatz zur Behandlung von Angst- und traumabedingten Störungen wie Phobien und posttraumatischen Belastungsstörungen gesehen:

Die Forscher fanden Hinweise darauf, dass Cannabidiol die erlernte Angst auf unterschiedliche Weise reduziert. Einerseits vermindert CBD die Furcht akut und auf direktem Weg.

Andererseits verstärkt CBD die Auslöschung von “erlernter” Angst, ähnlich wie bei dem psychologischen Prozess, der auch bei der Konfrontationstherapie angewendet wird.

Eine weitere Studie stellte fest, dass durch CBD die Angstwerte innerhalb des ersten Monats bei 79,2% der Probanden abnahmen und während der Studiendauer rückläufig blieben6)Shannon S, Cannabidiol in Anxiety and Sleep: A Large Case Series, 2019, Perm J.

Psychosen

Es gibt noch ein weiteres klassisches Gebiet der Psyche, für das CBD eine valide Alternative sein kann.

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2012 ergab, dass CBD Psychosen beim Menschen verhindern oder minimieren kann und auch bei Patienten mit Schizophrenie helfen konnte – und dies mit sehr geringen Nebenwirkungen7)Zuardi AW et al., A critical review of the antipsychotic effects of cannabidiol: 30 years of a translational investigation., Curr Pharm Des., 2012

Wie schnell tritt eine Wirkung ein und wie lange hält sie an?

Wie schnell du den Effekt merkst, hängt vor allem von der Art ab, wie du das CBD aufnimmst.

Die gängigste Methode ist sicherlich, ein paar Tropfen direkt in den Mund zu geben. Dies ist der schnellste und einfachste Weg, um die potenziellen Vorteile dieses Cannabinoids zu nutzen.

Aber wenn du das Öl sofort schluckst, kommt es nicht sofort in die Blutbahn, sondern nimmt den Umweg über den Verdauungstrakt und Leber. Daher kann es ein bis zwei Stunden dauern, bis die Wirkung von CBD endlich einsetzt.

Wenn du die Tropfen dagegen “sublingual” konsumierst, das heißt für ein bis zwei Minuten unter der Zunge zergehen lässt, wird das CBD direkt von den Schleimhäuten im Mund unter Umgehung des Verdauungssystems und der Leber absorbiert.

Hier tritt die Wirkung bereits nach circa einer halben Stunde ein.

Noch schneller spürst du den Effekt beim Inhalieren: in diesem Fall wird die höchste Konzentration von CBD im Blut bereits nach 3 Minuten erreicht.

Egal auf welchem Weg du es einnimmst: die Wirkung kann bis zu 6 Stunden anhalten. Daher rate ich auch immer dazu, die Einnahme auf dreimal täglich zu verteilen, damit dein Körper möglichst gleichmäßig mit Cannabidiol versorgt ist.

Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?

Mögliche Nebenwirkungen gibt es bei jedem Medikament, aber CBD schneidet hier besonders gut ab. Eine Studienübersicht von 2017 zog das Fazit, dass CBD vor allem im Vergleich zu herkömmlichen Medikamenten kaum Nebenwirkungen hat.8)Iffland K, Grotenhermen F, An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol: A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies. 2017, Cannabis Cannabinoid Res

Möglicherweise kann man zeitweise einen trockenen Mund, Schläfrigkeit oder einen leicht verringerten Blutdruck haben. Wichtiger sind potentielle Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Wenn du als dauerhaft andere Medikamente einnehmen musst, besprich es mit einem Arzt, denn CBD kann die Wirkung anderer Stoffe beeinträchtigen oder auch verstärken.

Wichtig ist: Schwangere und Kinder unter 2 Jahren sollten kein CBD zu sich nehmen.

Ein weiterer Hinweis: CBD macht nicht „high“ und auch nicht süchtig. Das sind überholte Vorurteile, aber leider halten sie sich bei einigen hartnäckig.

Aus den regulären CBD Produkten wurde das kritische THC so herausgefiltert, dass nur noch ein Gehalt von unter 0,2%  übrig bleibt. Daher sind die Produkte auch frei verkäuflich und vollkommen legal.

CBD im Vergleich mit Antidepressiva

Wie schneidet CBD im Vergleich mit Antidepressiva ab?

Herkömmliche Antidepressiva sind berüchtigt für teilweise gravierende Nebenwirkungen. Dazu gehören Abhängigkeiten, Stimmungsschwankungen, Libido- und Erektionsstörungen oder Schlafprobleme. Das alles kannst du eventuell vermeiden.

CBD hat, wie oben erwähnt, als natürliches Produkt kaum Nebenwirkungen. Dafür gilt es bei vielen als sehr hilfreich bei der Verringerung von Depressionen, psychotischen Zuständen oder Ängsten. Hier braucht es noch dringend weitere belastbare Langzeitstudien.

Aber auch ohne diese ist CBD eine bedenkenswerte Alternative.

Was sagt die Forschung?

Leider nehmen die Diagnosen rapide zu, die gerade bei jüngeren Menschen psychische Probleme im weitesten Sinne feststellen. Schätzungsweise haben bis zu 2 Prozent der Deutschen mindestens einmal in ihrem Leben eine Psychose.

Ungefähr 8 Prozent der deutschen Erwachsenen erleben im Laufe eines Jahres eine Depression (sei es unipolar oder anhaltend). 9)Jacobi et al., Psychische Störungen in der Allgemeinbevölkerung: Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland und ihr Zusatzmodul Psychische Gesundheit (DEGS1-MH), ResearchGate, 2014

Nicht immer ist es ratsam, sofort mit Antidepressiva dagegenzuhalten. Eine sanftere Methode ist der Einsatz von CBD – zumindest begleitend. Dies wird auch von immer mehr Forschern unterstützt.

Die entsprechenden Studien zur Wirkung von CBD bei Depressionen, Ängste und Traumata und Psychosen habe ich weiter oben bereits zitiert. Ich bleibe auch hier weiter auf der Suche nach neuen Belegen und werde sie dann besprechen.

Einnahme: Wie nehme ich CBD ein?

Bei der Verwendung von CBD zur Verbesserung der Psyche empfiehlt sich ein CBD Öl, eine Tinktur oder auch CBD in Kapseln – eben alles, was man oral einnehmen kann.

Wichtig ist eine regelmäßige Einnahme, damit die Cannabinoide dein inneres Gleichgewicht wieder herstellen können. Am besten verteilst du die Dosis auf drei Einheiten am Tag. Wie viel Milligramm CBD dir helfen werden, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten.

Ein grober Anhaltspunkt sind 25 mg CBD am Tag bei mittelschweren Depressionen.

Du solltest für dich selbst austesten, bei welcher Menge du dich komfortabel fühlst und eine Besserung feststellst. Am besten tastest du dich über ein bis zwei Wochen an die optimale Dosis heran. Bleibe immer 2 bis 3 Tage bei einer Dosis, bevor du zum Beispiel um weitere 5 mg steigerst.

Noch etwas Wichtiges: achte beim Kauf auf gute Qualität! Deine Gesundheit wird es dir danken. Das CBD sollte organisch hergestellt sein, frei von Schadstoffen oder Zusätzen. Das erkennst du am besten anhand eines Zertifikats, das seriöse Hersteller für jedes ihrer Produkte bereitstellen.

Ich kann nur empfehlen, auf ein CBD Vollspektrum-Produkt zu achten. Denn dieses enthält noch weitere Cannabinoide, die zu einer besseren Wirksamkeit beitragen.

Wenn du mehr wissen möchtest, schau doch noch auf der Ratgeberseite vorbei. Dort findest du jede Menge wertvolle Tipps und weitere Hinweise!

Fazit

Kritiker von CBD werden einwenden, dass es noch keine gesicherte Datenbasis existiert und Langzeitstudien zu dem Thema CBD bei Psychosen Mangelware sind. Sie mögen recht haben.

Andererseits ist es gesichert, dass CBD so gut wie keine Nebenwirkungen zeigt, was man von vielen klassischen Medikamenten nicht behaupten kann. Zudem gibt es bereits sehr viele Studien, die auf eine sehr gute Wirkung von CBD schließen lassen.

Außerdem zählen meiner Meinung nach die vielen Stimmen der überzeugten Anwender.

Du musst für dich selbst entscheiden und es einfach versuchen, wie es bei dir wirkt. Cannabidiol und die anderen Cannabinoiden stammen immerhin aus einer Pflanze, die eine jahrtausendealte Tradition verweisen kann.

Ich hoffe, ich konnte dir einige neue Perspektiven aufzeigen und dir bei deiner Entscheidung weiterhelfen! Übrigens bin ich auch immer für konstruktive Kritik und Feedback dankbar!

Dein Jona Decker

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