CBD und die Wirkung auf das Immunsystem: Aktuelle Studien und Forschungsergebnisse

Bestimmt hast du schon von den vielfältigen Wirkungen des Cannabinoids (CBD) gehört. Aber hast du dich auch schon mal gefragt, was genau in deinem Körper passiert, wenn du CBD einnimmst? Wie wirken Immunsystem und Endocannabinoid-System zusammen?

Um diese Frage zu beantworten, schauen wir uns als erstes an, wie dein Immunsystem funktioniert, um dir anschließend zu erklären, welche Einfluss CBD darauf nimmt.

von Jona Decker

CBD Immunsystem

Mit diesem Wissen wirst du besser verstehen, warum CBD bei so vielen Autoimmunerkrankungen zum Einsatz kommt und warum es zu einer Linderung der Symptome führen kann. Wann immer die Wirkung mit einer Studie belegt werden kann, habe ich diese angefügt.

So kannst du mit einem Klick auf die neuesten Forschungsergebnisse zugreifen.

So funktioniert unser Immunsystem

Bevor ich erkläre, welchen stärkenden Einfluss das CBD auf unseren Körper haben kann, möchte ich dir zunächst ganz allgemein dein Immunsystem vorstellen:

Das Wort Immunsystem leitet sich vom lateinischen Wort immulus ab, was so viel bedeutet wie “unberührt” oder “frei”. Die Aufgabe des Immunsystems ist es also, unseren Körper frei zu halten – frei von gefährlichen Krankheitserregern.

Die erste Abwehrreihe bilden Haut, Schleimhäute, Flimmerhärchen (vor allem in der Nase) und Körpersäfte (zum Beispiel Speichel und Schweiß) dar.

Gelingt es einem Erreger trotz dieser Maßnahmen in den Körper einzudringen, reagiert das Immunsystem auf zwei verschiedene Arten

1. Unspezifische Immunabwehr: Eine Zelle die angegriffen wird, setzt Histamin frei. Dieses Hormon erhöht die Gefäßdurchlässigkeit und erleichtert es den Phagozyten (Fresszellen), an ihren Einsatzort zu gelangen. Dort angekommen, beginnen sie Krankheitserreger zu zerstören. Sind die Phagozyten nicht wirksam genug, werden sie von den Makrophagen abgelöst.

Während der Infektion wird auch der Hypothalamus aktiviert, welcher die Körpertemperatur erhöht (Fieber) und auf diese Weise viele Erreger zerstört.

2. Spezifische Immunabwehr: Bei der spezifischen Immunabwehr kommen nun auch die T- und B-Lymphozyten zum Einsatz. Diese halten sich in der Nähe der Makrophagen auf und warten darauf, dass die Makrophagen Teile von zerstörten Erregern auf ihrer Zellmembran präsentieren.

B-Lymphozyten verwandeln sich daraufhin in Plasmazellen und stellen passende Antikörper her. Diese Antikörper können an Erreger binden, machen sich handlungsunfähig und erleichtern es des Makrophagen diese aufzunehmen und zu zerstören.

T-Lymphozyten übernehmen ebenfalls wichtige Aufgaben und unterteilen sich in Regulatorzellen, Helferzellen und Killerzellen:

  • Regulatorzellen unterdrücken die Funktion anderer T- und B-Lymphozyten.
  • Helferzellen scheiden Interleukine ab, welches die T- und B-Lymphozyten anregt und die Umwandlung von B-Lymphozyten in Plasmazellen fördert.
  • Killerzellen töten mit einem Virus infizierte Zellen oder Krebszellen direkt ab (zytotoxisch).

Ursachen von Entzündungen

Wie bei der unspezifischen Immunabwehr beschrieben, treten Phagozyten aus dem Gefäßsystem heraus, um dahin zu gelangen, wo sie gebraucht werden. Dieses Austreten aus den Gefäßen geht mit einem Ausströmen von Proteinen in das umgebende Bindegewebe einher.

Als Folge davon, bilden sich Wassereinlagerungen (Ödeme) und Entzündungen.

Bei einem schlecht funktionierenden Immunsystem oder chronischen Entzündungen, klingen diese Entzündungsherde nicht mehr ab. Die Nerven werden entweder direkt gereizt (beispielsweise durch das Gift der Killerzellen) oder, weil sie durch eine Schwellung gequetscht werden.

Allgemeine Wirkung von CBD

Ganz allgemein lässt sich sagen, dass das CBD auf das körpereigene Endocannabinoid-System Einfluss nimmt. Dieses wiederum beeinflusst nicht nur das Immunsystem, sondern noch eine Reihe weiterer Körperfunktionen, darunter:

  • Stoffwechsel
  • Gedächtnis
  • Nozizeptives System (Schmerzen)
  • Blutzuckerregulierung
  • Hormonhaushalt (Stimmung)
  • Appetit
  • und noch mehr…

Wirkung auf das Immunsystem

CBD und die Wirkung auf das Immunsystem

Die Wirkungen des CBDs auf das Immunsystem sind vielfältig, im Folgenden sind nur beispielhaft einige Effekte aufgezählt:

  • CBD wirkt angstlösend und fördert den Schlaf1)Shannon S, Cannabidiol in Anxiety and Sleep: A Large Case Series, 2019, Perm J. Guter Schlaf und weniger Stress wirken sich ganz allgemein förderlich auf das Immunsystem und Wohlbefinden aus.
  • CBD kann den Zelltod (Apoptose) fördern und damit das Wachstum von Tumoren vermindern2)Kenyon J, Liu W, Dalgeish A: Report of Objective Clinical Responses of Cancer Patients to Pharmaceutical-grade Synthetic Cannabidiol. 2018, Anticancer Res.

Die CBD kann die Produktion und Funktion von T-Lymphozyten unterdrücken, wodurch die Fähigkeit des Immunsystems, sich an fremde Eindringlinge zu erinnern, unterdrückt wird.

Wie wirkt CBD bei Autoimmunerkrankungen?

CBD beeinflusst also die T-Lymphozyten und außerdem mindert es auch noch Entzündungen – dabei sind Entzündungen doch die natürliche Reaktion des Körpers auf Eindringlinge. Ist CBD also schlecht?

Ganz und gar nicht. Vor allem bei einer überschießenden Reaktion des Körpers oder wenn sich das Immunsystem gegen körpereigene Zellen richtet, kann CBD zur Linderung der Beschwerden führen. Letzteres wird auch Autoimmunkrankheit genannt.

Mögliche Anwendungsgebiete für das CBD sind dabei:

  • Hauterkrankungen wie Akne: Aufgrund der entzündungshemmenden Wirkung und des regulierenden Einflusses auf die Talgdrüsenfunktion, verbessert CBD die Entzündungssituation der Haut4)Olah A et al., Differential effectiveness of selected non-psychotropic phytocannabinoids on human sebocyte functions implicates their introduction in dry/seborrhoeic skin and acne treatment. 2016, Exp Dermatol
  • Multiple Sklerose: CBD führt zu einer Verringerung der Spastiken bei MS Patienten5)Marinelli L et al., The effect of cannabinoids on the stretch reflex in multiple sclerosis spasticity. 2016, Int Clin Psychopharmacol. In einem Tierversuch wurde auch nachgewiesen, dass CBD die entzündlichen Vorgänge und Schäden an den Nervenzellen bei MS reduziert.
  • Entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa: Einige Forscher vermuten einen Zusammenhang zwischen entzündlichen Reaktionen im Darm und sogenannten Gliazellen. Diese setzen Signalstoffe frei, die Entzündungen fördern. In Laborversuchen konnte ein kontrollierender Einfluss des CBDs auf Gliazellen festgestellt werden.
  • Krebs: Den Einfluss des CBDs auf Tumorzellen habe ich bereits im Abschnitt über die allgemeine Wirkung auf das Immunsystem beschrieben. CBD kann aber auch die Nebenwirkungen – wie Übelkeit und Brechreiz – bei einer Krebserkrankung lindern6)Duran M et al., Preliminary efficacy and safety of an oromucosal standardized cannabis extract in chemotherapy-induced nausea and vomiting, 2010, Br J Clin Pharmacol

Was sagen Forschung & Experten?

Unbestritten ist, dass es ein Endocannabinoid-System gibt, auch wenn wir noch nicht alle Wechselwirkungen mit dem Immunsystem kennen.

Das erste Cannabinoid, welches im Körper nachgewiesen werden konnte, trägt den Namen Anandamid (Sanskrit für Freude oder Glückseligkeit) und bindet an die Cannabinoid-Rezeptoren.

Die in der Hanfpflanze enthaltenen Cannabinoide – allen voran das CBD – binden ebenfalls an diese Rezeptoren und beeinflusst damit das ESC. Das ESC wiederum interagiert mit dem Immunsystem.

Wir können also mittels CBD Einfluss auf unser Immunsystem nehmen und können damit – wie beschrieben – die Entzündungen bei Autoimmunerkrankungen reduzieren.

CBD könnte damit ein milde Alternative zu immunsuppressiven und synthetisch hergestellten Medikamenten darstellen.

Außerdem deutet einiges darauf hin, dass Cannabinoide auch einen Einfluss auf die Bildung von Nervenzellen (Neurogenese) und den Funktionsverlust bzw. Tod von Nervenzellen (Neurodegeneration) haben.

Möchtest du noch mehr über den aktuellen Forschungsstand erfahren, kannst du auch auf unsere Studienseite vorbeischauen.

Einnahme und Dosierung

Die richtige Einnahme und Dosierung

CBD gibt es in ganz verschiedenen Formen, als Liquid, Öl, Kristall, Salbe, Paste, Tee…

Abhängig vom Grund der Einnahme, eignet sich die eine Einnahmeform besser als die andere.

Wer CBD beispielsweise dazu verwendet, um Panikattacken zu behandeln, greift am besten auf einen Vaporizer und ein CBD Liquid zurück. Über die Lunge gelangt das CBD extrem schnell ins Blut und beginnt dort zu wirken.

Wer dagegen Zeit hat und in erster Linie auf die beruhigende Wirkung des CBDs abzielt, ist eventuell mit einem CBD-haltigen Tee besser bedient.

Das CBD Öl ist nachwievor das beliebteste Produkt. Die Aufnahme erfolgt dabei zum größten Teil über die Mundschleimhaut. Das Öl wird unter die Zunge geträufelt und gelangt von dort in den Körper. Man spricht daher auch von der sublingualen (“unter der Zunge”) Einnahme.

Die Dosierung selbst ist ebenfalls abhängig von dem verfolgten Ziel. Zur Prävention oder Vorbeugung eignen sich kleinere Mengen CBD, die aber regelmäßig eingenommen werden.

Die regelmäßige Einnahme gilt auch für Autoimmunerkrankungen, wobei hier – je nach Schweregrad der Erkrankung – eine höhere Dosis nötig sein kann.

Bei akuten Beschwerden oder starken Schmerzen empfiehlt sich ebenfalls CBD höher zu dosieren.

Erstanwender sollte jedoch langsam starten und sich allmählich an die optimale Dosis herantasten, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Fazit

Wie du gesehen hast, wirkt CBD auf vielfältige Weise auf das Immunsystem. In der folgenden Liste habe ich versucht, die wichtigsten Effekte nochmals übersichtlich darzustellen:

Vorteile 🌝 Nachteile ❗
antientzündlich
schmerzlindernd
reguliert das Immunsystem
lindert Autoimmunerkrankungen

Hast du bereits Erfahrungen mit CBD gemacht? Wie hat dir unser Artikel gefallen? Hinterlasse einen Kommentar und diskutiere mit!

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