CBD – die neue Behandlungsalternative bei Parkinson?

Wenn du jemanden kennst, der unter Morbus Parkinson leidet, bist du keine Ausnahme! Mehr als 10 Millionen Menschen in der Welt sind betroffen. Und nicht nur die Patienten selbst. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto gravierender sind auch die Auswirkungen auf die Familie, die Freunde und Betreuer.

Ich habe mich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt, um damit dem ein oder anderen weiterzuhelfen, wenn die klassische Therapie nicht (mehr) anschlägt oder die Nebenwirkungen zu stark werden.

by Jona Decker

CBD Parkinson

Die Alternative sind Cannabis-Extrakte, die schon bei vielen Krankheitsbildern erfolgreich eingesetzt werden. Dazu gehört das Cannabidiol (CBD) eine natürliche Verbindung aus der Hanfpflanze, die bereits seit sehr langer Zeit für viele Zwecke genutzt wurde.

Ich möchte helfen, dieses alte, wertvolle Wissen wieder zu reaktivieren, damit möglichst vielen Patienten geholfen werden kann. Dazu zeige ich auch neuere Forschungsergebnisse.

Lies weiter!

Was ist die Parkinson-Krankheit überhaupt?

Parkinson ist eine (gravierende) Bewegungsstörung, die durch einen Verlust von Gehirnzellen, insbesondere im Bereich der Substantia nigra, ausgelöst wird. Dadurch sinkt der Dopaminspiegel, was zu Problemen bei der Koordinierung der Bewegungen führt.

Das zeigt sich unter anderem in unkontrolliertem Zittern, Gleichgewichtsstörungen und Muskelversteifung. Als Folge kommen Apathie und seelische Störungen hinzu.

Die Lebensqualität der Patienten ist stark beeinträchtigt. Gewöhnliche, alltägliche Tätigkeiten werden zu einer wahrhaften Herausforderung.

Die Krankheit verläuft leider chronisch und verschlimmert sich mit der Zeit. Parkinson tritt zwar meist ab dem 50. Lebensjahr auf, aber 10% der Diagnosen betreffen auch jüngere Patienten. Derzeit gibt es keine Heilung.

Die klassische Behandlung basiert auf Medikamenten, die den Dopaminspiegel wieder erhöhen sollen. Und wie es so oft bei Medikamenten ist, die in die Basisprozesse des Körpers eingreifen: es gibt Nebenwirkungen.

Daher habe ich mich mit CBD näher beschäftigt, das als natürliche Verbindung ebenfalls das Dopamin regulieren kann!

Cannabidiol – eine kurze Einführung in CBD

CBD ist eines von mehr als 100 Cannabinoiden aus der Hanfpflanze. Das vermutlich bekannteste Cannabinoid ist allerdings das THC (Tetrahydrocannabinol), eine psychoaktive Substanz, der die berühmt-berüchtigte berauschende Wirkung zugesprochen wird.

Allerdings gilt dies nur für das THC. Alle CBD-Produkte enthalten weniger als 0,3% THC. Je nach Land kann dieser Maximalwert variieren, aber es ist garantiert, dass die CBD-Produkte weder high noch abhängig machen. Das Stigma der Cannabis-Produkte löst sich so langsam auf – zurecht, wie ich finde.

Denn CBD ist nicht schädlich, gut verträglich und wird auch immer häufiger zur Unterstützung des Wohlbefindens und gezielt bei gesundheitlichen Problemen eingesetzt.

Dies wurde auch in einer groß angelegten Humanstudie mit mehr als 2400 Teilnehmern bestätigt, die CBD für eine Vielzahl verschiedener Krankheiten einsetzten, insbesondere für Schmerzen, Ängste, Depressionen und Schlafstörungen. 1)Corroon J, Phillips JA., A Cross-Sectional Study of Cannabidiol Users. 2018, Cannabis Cannabinoid Res

CBD wirkt über entsprechende Rezeptoren fördernd auf das körpereigene Endocannabinoid-System. Dieses beeinflusst körperliche Basisfunktionen, unter anderem Appetit, Schlaf, Schmerz und kann durch Stress und ungesunde Lebensweise und Ernährung leicht aus dem Gleichgewicht werden.

CBD ist also nicht nur bei Parkinson hier sehr hilfreich.

Welche Wirkung kann CBD bei Parkinson-Patienten entfalten?

Ich habe dazu eine imposante Liste an möglichen positiven Wirkungen gefunden. Hier die wichtigsten daraus:

  1. CBD verzögert den Krankheitsverlauf: Bereits im Jahr 2011 berichtete eine Studie von den neuroprotektiven (nervenschützenden) Eigenschaften von CBD bei der Parkinson-Krankheit. Die antioxidativen Eigenschaften von CBD können offensichtlich dazu beitragen, das Fortschreiten der Krankheit zu verzögern und Parkinson-Symptome zu mildern, wie zum Beispiel die Verlangsamung der Bewegung. 2)C García et al., Symptom‐relieving and neuroprotective effects of the phytocannabinoid Δ9‐THCV in animal models of Parkinson’s disease, British Journal of Pharmacology, 2011
  2. CBD sind reich an Antioxidantien und haben eine entzündungshemmende Wirkung auf die Gelenke. Sie helfen, die Schmerzen und Steifheit, die bei der Parkinson-Krankheit auftreten können, zu reduzieren. In einer Studie an Ratten kamen die Forscher zu dem Schluss, dass CBD dazu beiträgt, entzündliche Schmerzen zu reduzieren, indem es die Art und Weise beeinflusst, wie die Schmerzrezeptoren auf Reize reagieren. 3)Hammell DR et al., Transdermal cannabidiol reduces inflammation and pain-related behaviours in a rat model of arthritis. 2016, Eur J Pain
  3. CBD kann Schmerzen und Steifheit bei Parkinson-Patienten reduzieren. Auch hier gibt es Hinweise und Erfahrungen, dass CBD Gutes tun kann, denn etwa 70 Prozent der Menschen mit der Erkrankung leiden an diesen Symptomen, die verhindern, dass sich die Muskeln so dehnen oder entspannen, wie sie sollten.
  4. CBD kann die Lebensqualität signifikant verbessern. Dies ist besonders wichtig im Falle von Parkinson, da die Patienten hier nicht nur unter motorischen Einschränkungen wie Zittern, Gleichgewichtsproblemen und Langsamkeit der Bewegungen leiden. Hinzu kommen emotionale und psychologische Probleme.In einer Studie mit 21 Parkinson-Patienten berichteten diese über eine verbesserte „Lebensqualität.“ 4)Mario Stampanoni Bassi et al., Cannabinoids in Parkinson’s Disease, Cannabis and Cannabinoid Research, 2017
  5. CBD ist ein gutes Mittel gegen Schlaflosigkeit. In verschiedenen Studien konnte dies gezeigt werden, sowohl explizit bei Parkinson-Patienten als auch generell. In einer Humanstudie mit 72 Teilnehmern über Angststörungen und Schlafprobleme verbesserten sich die Schlafwerte innerhalb des ersten Monats bei zwei Drittel der  Teilnehmern. 5)Shannon S, Cannabidiol in Anxiety and Sleep: A Large Case Series, 2019, Perm J

Dies sind nur einige der Symptome, bei denen sich eine Verbesserung erreichen lässt. CBD wirkt sehr umfassend, da es in das Endocannabinoid-System eingreift – wie ich bereits zeigte.

CBD Nebenwirkungen

Musst du dich um potentielle Nebenwirkungen des CBD sorgen?

CBD kannst du nicht überdosieren und es macht auch nicht abhängig. Das gilt für die legal angebotenen Produkte, die ja so gut wie THC-frei sind. Natürlich solltest du auch auf hochwertige CBD-Produkte achten, die – wie so oft – eine besonders gute Wirkung erzielen.

Zu den möglichen Nebenwirkungen von CBD gehören Übelkeit, Müdigkeit und Reizbarkeit. CBD kann auch mit anderen Medikamenten eine Wechselwirkung erzeugen – entweder verringern und verzögern oder das genaue Gegenteil: verstärken oder länger andauern lassen. Zum Beispiel kann es den Spiegel des Blutverdünners Cumadin im Blut erhöhen.

Von daher kann ich nur dazu raten, einen Arzt zu konsultieren, wenn du bereits dauerhaft andere Medikamente einnimmst.

Welche CBD-Produkte helfen am besten?

CBD-Produkte sind unglaublich gefragt und die Anhängergemeinde wächst ständig. Wenn du es als Parkinson-Patient zum ersten Mal nimmst, helfe ich gerne, etwas Licht in die enorme Produktvielfalt zu bringen:

  1. Öle und Tinkturen: diese kannst du unter die Zunge tropfen oder in eine Mahlzeit oder Getränk rühren. Dies ist die beliebteste Darreichungsform, gut zu dosieren und eine gute Option, wenn du Schwierigkeiten beim Schlucken hast
  2. Lotionen, Cremes und Pasten: sie entfalten ihre Wirkung oft erst nach mehreren Stunden entfalten, können aber bei Schmerzen oder Steifheit in Händen und Gelenken nützlich sein, da sie oft eine hohe CBD-Konzentration besitzen
  3. Kapseln und Pillen: auch diese wirken leicht verzögert, da die Wirkstoffe über den Magen aufgenommen werden müssen. Aber sie sind ideal für Parkinson-Patienten mit starkem Zittern, die Schwierigkeiten haben, eine Flüssigkeit richtig zu dosieren
  4. Leckereien, Gebäck etc.: ebenso recht beliebt, obwohl die Dosierung möglicherweise nicht so genau ist wie bei anderen Formen
  5. Vaporizer / Vape-Pens: CBD-Öl kann auch verdampft und eingeatmet werden. Die Wirkung tritt hier schneller ein, als wenn das CBD den Weg über den Magen nehmen muss.. Allerdings kann das Vapen das Lungengewebe beschädigen oder Symptome wie Husten oder Halsschmerzen verschlimmern. Deswegen rate ich davon ab!

Egal, welche Form für dich die Beste ist: du kannst CBD kurzzeitig oder auch dauerhaft einnehmen. Zu welcher Tageszeit, bleibt völlig dir überlassen!

Was ist die richtige Dosis?

Ich kann hier keine genauen Dosierungsempfehlungen abgeben, da – wie gesagt – die Produktvielfalt sehr groß ist und damit auch die unterschiedlichen Konzentrationen sehr variieren. Außerdem gibt es keine generellen medizinischen Richtlinien seitens der Aufsichtsbehörden.

Von daher: unbedingt auf die Packungsbeilage achten und deine persönlichen Umstände mit einbeziehen: Körpergewicht, Gesundheitszustand, Symptombild.

Nachdem dies gesagt ist, will ich doch noch ein paar Ratschläge insbesondere für Parkinson-Patienten geben. Der Schlüssel zum Finden der effektivsten Dosierung ist die stufenweise Dosierung. Das heißt, mit einer relativ niedrigen Dosis (Basisdosierung) starten. Diese kann zum Beispiel zwischen 2 und 5 mg liegen und jeweils zwei- oder dreimal täglich genommen werden (6-10 mg gesamt).

Behalte die Basisdosis für 7 Tage bei und achte darauf, ob und wie die Symptome sich zu ändern beginnen. Wenn du nach den ersten 7 Tagen Basisdosierung keine ausreichende Verbesserung spürst, erhöhe die tägliche Dosis wieder alle 3 Tage um 1 bis 2 mg, bis du zufrieden bist.

In diesem Moment kannst du die Dosierung um einen Schritt verringern, um zu sehen, ob der Nutzen auch bei einer etwas niedrigeren Dosierung bestehen bleibt.

Wie ich bereits erwähnte: du kannst CBD nicht überdosieren!

Forschungsstudien

Was lernen wir aus den Forschungsstudien?

Morbus Parkinson ist eine der Krankheiten, die im Zentrum der CBD-Forschung stehen, da CBD hier großes Unterstützungspotential hat.

Im Jahre 2018 fanden Forscher heraus, dass die CBD hilft, indem sie den Spiegel des Endocannabinoids Anandamid, einer der Helferstoffe der Cannabinoidrezeptoren, erhöht. Es wird auch vermutet, dass es bei anderen Prozessen hilft, die besonder für Parkinson-Patienten hilfreich sind, wie zum Beispiel im Umfeld der Serotoninrezeptoren. 6)Peres, F.F. et al., Cannabidiol as a Promising Strategy to Treat and Prevent Movement Disorders?, Frontiers in Pharmacology, 2018

In die gleiche Richtung gehen Studien des US-amerikanischen National Institute of Health (NIH). Sie weisen darauf hin, dass CBD bei Symptomen der Parkinson-Krankheit helfen könnte, da eine direkte Beziehung zwischen den Endocannabinoiden, den Cannabinoidrezeptoren und den Neuronen besteht, die mit Parkinson in Verbindung gebracht werden und das Zentralnervensystem beeinflussen. 7)Fernandez-Ruiz, J et al., Endocannabinoids and Basal Ganglia Functionality., Prostaglandins, Leukotrienes and Essential Fatty Acids, 2002

In anderen Forschungsreihen wurden Verbesserungen in Bezug auf Tremor, Steifheit und Bradykinesie 30 Minuten nach dem Gebrauch von medizinischem Marihuana festgestellt.

Auch die betroffenen Patienten, die es selbst am besten beurteilen können, sind sehr zufrieden mit der Linderung ihrer Symptome – ohne größere Nebenwirkungen und auf eine sehr sanfte Art.

Gut für alle Betroffenen und ihre Familien, dass kontinuierlich weiter geforscht wird und Ergebnisse präsentiert werden. Ich werde auch weiterhin hier darüber aktuell berichten.

Mein Fazit

Leider wird in einigen Teilen der Öffentlichkeit CBD immer noch mit Cannabis und Marihuana in Verbindung gebracht und unnötig stigmatisiert. Ungerechtfertigt, da in den medizinischen CBD-Produkten keine psychoaktiven Anteile mehr vorhanden sind.

Auch die Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research bedauert, dass die Forschung in diesem Bereich aufgrund staatlicher Vorschriften immer noch etwas eingeschränkt ist.

Wie viele Parkinson-Patienten bin ich aber auch sehr optimistisch, dass hier ein Zug Fahrt aufnimmt, der eine sehr gute Alternative zu den klassischen Parkinson-Medikationen mit teilweise hohen Nebenwirkungen bietet.

Wenn dir mein Bericht gefallen und weitergeholfen hat, würde ich mich freuen, wenn du weiterhin ein treuer Leser bleibst. Toll wäre auch, Feedback von dir zu erhalten!

In diesem Sinne … Jona Decker.

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