Kann CBD bei ADHS helfen?

Du kennst vielleicht auch jemanden, der von ADHS betroffen ist? Es scheint immer mehr Menschen zu geben – vor allem Kinder und Jugendliche. Tendenz steigend.

by Jona Decker

CBD ADHS

Auch in meinem Freundeskreis gibt es einen Betroffenen. Viele hatten den Eindruck, dass die Medikamente ihm nicht immer gut taten. Das brachte mich dazu, mich näher mit dem Thema CBD bei ADHS zu beschäftigen und zu prüfen ob das Extrakt auch hier Abhilfe schaffen kann.

Ich erkläre in diesem Artikel was ADHS ist, welche Symptome es aufweist und wie Cannabidiol helfen kann. Dabei habe ich mich mit wissenschaftlichen Studien beschäftigt, die du am Ende des Artikels auch einsehen kannst.

Was ist ADHS?

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist dir ein Begriff? Sie ist eine psychische Störung, die oft bei Kindern und Jugendlichen auftritt.

Im Jahr 2016 wurden bei schätzungsweise 6,1 Millionen US-Kindern im Alter von 2 bis 17 Jahren ADHS diagnostiziert. Wenn man das hochrechnet, kommt man trotz der kulturellen Unterschiede weltweit auf eine Zahl über 100 Millionen Erkrankte.

Die meisten Fälle von ADHS werden bei Kindern diagnostiziert, und zwar nicht anhand von Laborwerten, sondern als Ergebnis der Beobachtungen von Eltern, Lehrern und Psychiatern.

Bei Erwachsenen bleiben viele Fälle von ADHS unerkannt.

Die oft sehr jungen Patienten sind teilweise hyperaktiv, können sich oft kaum konzentrieren und erleben Probleme in der sozialen Kommunikation mit Freunden, in der Schule oder am Arbeitsplatz.

Ist die konventionelle ADHS-Therapie das Nonplusultra?

Ärzte empfehlen oft Ritalin oder andere Stimulantien, die jedoch teilweise mit Nebenwirkungen behaftet sind:

  • Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Kopf- und Bauchschmerzen
  • Schlafstörungen

Oft durchlaufen die Patienten auch nebenher eine recht intensive Verhaltenstherapie. Doch nicht immer schlägt diese an.

Und wenn es außerdem zu dauerhaften Beeinträchtigungen kommt, ist es eine gute Idee, sich nach Alternativen umzusehen. CBD könnte eine davon sein.

CBD Empfehlung

Ist CBD tatsächlich bei ADHS zu empfehlen?

Um diese Frage zu beantworten, will ich gerne die Wirkungsweise von CBD erklären und noch ein wenig auf ADHS eingehen.

Der menschliche Körper verfügt über ein eigenes Endocannabinoid-System (ECS), das für

  • die Schlafregulierung,
  • den Appetit und
  • die Registrierung von Schmerzen verantwortlich iat.

Die im CBD-Öl enthaltenen Cannabinoide binden und aktivieren die körpereigenen Endocannabinoid-Rezeptoren.

Diese Aktivierung kann bei der Bekämpfung der ADHS-Symptome helfen!

Und das geht so: bei ADHS-Kranken sind die Neurotransmitter im Gehirn durcheinander geraten. Der Dopaminwert ist zu niedrig und der Cortisol-Wert zu hoch.

Durch die Aktivierung die körpereigenen Endocannabinoid-Rezeptoren stehen dem Körper nun mehr Cannabinoide zur Verfügung. Und die sorgen für mehr Dopamin. Im Endeffekt bedeutet das möglicherweise:

  • verringerte Angstzustände
  • reduzierte Hyperaktivität
  • verbesserte Konzentrationsfähigkeit

Dieses Potential wurde auch in einer Studie aufgezeigt 1)Cooper RE et al. Cannabinoids in attention-deficit/hyperactivity disorder: A randomised-controlled trial. Eur Neuropsychopharmacol. 2017;27(8):795-808

Natürlich muss man bei Kindern und Jugendlichen darauf achten, dass man wirklich THC-freies CBD oder solches mit minimalem THC-Gehalt anwendet. Dies ist aber bei allen legal verkäuflichen Produkten der Fall.

Es gibt nämlich Hinweise darauf, dass Cannabis in dem Alter ein Risiko für die Entwicklung des Gehirns darstellt. 2)Leanne Tamm et al., Impact of ADHD and Cannabis Use on Executive Functioning in Young Adults, US National Library of Medicine National Institutes of Health, 2014

Oft entscheiden sich Menschen aufgrund einer bestimmten Erkrankung, CBD auszuprobieren und merken dann, dass es auch anderen Bereichen des Körpers hilft. Dein Endocannabinoid-System hat Einfluss im gesamten Körper auf zellulärer und subzellulärer Ebene. Es kann also sein, dass noch andere positive Wirkungen auftreten, wie zum Beispiel besserer Schlaf, Ausgeglichenheit, Linderung von Angstattacken.

Interessanterweise stellte 2018 eine Forschungsstudie die These auf, dass eine einzige (sehr hohe) 300 mg Dosis ausreichen könnte, um Angst zu reduzieren. 3)Ila M. Linares et al., Cannabidiol presents an inverted U-shaped dose-response curve in a simulated public speaking test, Brazilian Journal of Psychiatry, 2018

Zwischenfazit: Am besten ist es, die Therapie bei Kindern und Jugendlichen mit dem Arzt zu besprechen, der dies bewerten kann und prinzipiell offen für alternative Lösungen ist. Details zu weiteren Forschungsergebnissen gibt es auch weiter unten im Text.

CBD Nebenwirkungen

Hat CBD auch Nebenwirkungen?

Natürlich kann CBD auch Nebenwirkungen produzieren – so wie jeder andere Stoff, den man seinem Körper zuführt. Es können unter Umständen Magenverstimmungen, Kopfschmerzen oder Müdigkeit auftreten. Das hängt alles von der Person und deren Gesundheitszustand ab  – und natürlich auch von der eingesetzten Dosis.

Bei Patienten unter 16 Jahren sollte sich ein Arzt die Krankheitshistorie begutachten und abwägen, inwieweit Vor- oder Nachteile überwiegen. Kritisch wäre es bei Schwangeren oder Kinder bis 2 Jahren gewesen. Hier ist CBD ein No-Go!

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können immer auftreten, daher sollte man sich die Arzneien, die bereits eingenommen werden, daraufhin ansehen.

Kann man CBD anwenden, ohne einen Arzt zu fragen?

Bei einem normal gesunden, erwachsenen Menschen gibt es kaum ein Risiko – zumindest lässt sich das nicht aus Studien ablesen und auch das Feedback von Ärzten und in Foren lässt den Schluss nicht zu.

Das frei verkäufliche CBD-Extrakt ist legal, macht nicht süchtig und man kann es auch nicht überdosieren.

Bei Marihuana ist dies natürlich anders: hier ist keine Eigentherapie erlaubt – aber um Marihuana geht es hier nicht. Denn dieses enthält Tetra-Hydrocannabinol (THC) und wirkt berauschend – im Gegensatz zu CBD.

Wie nimmst du CBD-Produkte richtig ein?

CBD ist in verschiedenen Formen erhältlich. Es gibt unter anderem Leckereien und Snacks mit CBD, Kapseln oder auch Cremes. Und natürlich als Öl, das man unter die Zunge tropfen oder auch mit einem Verdampfer einatmen kann. Das Einatmen wirkt schneller, aber darauf kommt es ja bei der Anwendung bei ADHS nicht an, da der Dopamin- und Cortisol-Haushalt mittelfristig reguliert werden muss.

Wenn der Arzt nicht über die Darreichungsform entscheidet, wählen die meisten das CBD-Öl. Das Öl ist übrigens auch in einigen Apotheken und in größerer Auswahl auch online erhältlich.

Offiziell gibt es keine Richtlinien über die effektive Dosierung von CBD. Ärzte empfehlen manchmal 15 mg CBD-Öl zweimal am Tag, wobei man jedoch mit 5 mg  langsam einsteigen und die Dosis nur allmählich erhöhen sollte. Viele rühren die Tropfen morgens ins Müsli, was sicher die einfachste Methode ist.

Die meisten CBD-Öl-Hersteller haben ihre eigenen Richtlinien für die Dosierung und ich kann nur raten, die speziellen Anwendungshinweise zu beherzigen. Im Zweifelsfall das Produkt mal mit zum Arzt nehmen und mit ihm gemeinsam bereden.

CBD Dosierung

Wie dosiere ich CBD bei ADHS richtig?

Wenn der Arzt keine Vorgabe macht, fang mit einer niedrigen Dosis an und steigere langsam. Eine Basisdosis liegt je nach Person zwischen 2 und 5 mg, zwei – oder dreimal täglich (6 bis 10 mg insgesamt).

Behalte diese Basisdosis für eine Woche bei und achte darauf, ob und wie das CBD in deinem Körper wirkt. Wenn du nichts spürst, erhöhe die tägliche Dosis alle 3 Tage um 1 bis 2 mg, bis du zufrieden bist.

CBD bei ADHS – was sagen die Wissenschaft & Patienten?

Die Forschung ist in diesem Bereich leider noch nicht sehr alt. Aber ich habe einige Studien speziell für den Bereich ADHS gefunden.

Im Jahre 2018 wertete eine Forschungsarbeit die Erfahrungen von Eltern aus, die ihren von ADHS betroffenen Kindern CBD-Öl verabreicht haben. Sie berichteten, dass die Wut und (Auto-)Aggression bei 67,6% der der Kinder geringer wurde. Ähnliche Werte ergaben sich für Hyperaktivität (68,4%) und Angst (47,1%) 4)Dana Barchel et al., Oral Cannabidiol Use in Children With Autism Spectrum Disorder to Treat Related Symptoms and Co-morbidities, frontiers in Pharmacology, 2018

Eine weitere Studie kommt zu vergleichbaren Resultaten: sie lässt außer den positiven Effekten bei Impulsivität und der Hyperaktivität auch hoffen, dass kognitive Störungen, die oft an Schizophrenie grenzen, verbessert werden könnten. 5)Ruth E.Cooper et al, Cannabinoids in attention-deficit/hyperactivity disorder: A randomised-controlled trial, European Neuropsychopharmacology, 2017

In den verschiedensten Foren lese ich immer wieder von zufriedenen Menschen, bei denen die ADHS-Symptome ohne Nebenwirkungen mit CBD gelindert werden konnten. Oft hört man von den folgenden Verbesserungen:

  • Gesunder Appetit
  • Bessere Ernährungsgewohnheiten
  • Bessere Schlaf
  • Ausgewogenere Stimmung
  • Weniger Wutausbrüche und schnellere Deeskalation
  • Mehr Konzentration in der Schule
  • Gesündere Beziehungen zwischen Freunden und Geschwistern

Das klingt vielversprechend und ich hoffe, dass die Forschung hier nachzieht.

Ich würde mich freuen, wenn du vielleicht auch von deinen Erfahrungen berichtest, um das Bild immer mehr abzurunden.

Mein Fazit

Ich habe bei mehreren Fällen gesehen, wie sehr ADHS den Alltag und das Miteinander beeinträchtigen kann. Ich kenne auch Fälle, bei denen die gängigen Medikamente nicht wirkten oder mehr Schaden als Nutzen angerichtet haben.

Ich sehe die frei verkäuflichen CBD-Extrakte als eine gute Alternative oder als begleitende Therapie bei ADHS. Du brauchst keine Angst vor gravierenden Nebenwirkungen, einer Überdosierung oder Abhängigkeit zu haben. Von daher ein Pluspunkt gegenüber der traditionellen Medikation. Frage trotzdem immer deinen Arzt um Rat.

Ich werde mich auch aus persönlichen Gründen weiter mit dem Thema beschäftigen und hier immer mal wieder darüber berichten. Sobald es neue Entwicklungen gibt, wirst du davon erfahren!

Wie hat dir mein Artikel gefallen? Hast du Erfahrungen mit CBD und ADHS gemacht? Hinterlasse einen Kommentar und teile dein Wissen mit mir!

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